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Entschlackung im Rhythmus der Natur

Sämtliche sich auf die Natur beziehenden Medizinsysteme der Welt sehen im Frühjahr die wichtigste Entschlackungs- und Entgiftungszeit. Während im Winter die Kräfte aufgebaut werden, Fasten und innere Reinigung nicht sinnvoll sind, werden sämtliche Maßnahmen zur Erneuerung
im Frühjahr energetisch unterstützt.

Ayurveda

Aus Sicht des indischen Ayurveda beginnt der Frühling ab Ende Februar. Das über den Winter angesammelte Kapha (=Schlacken) schmilzt jetzt leichter weg – so wie der Schnee auf den Wiesen. Diese perfekte Zeit der Reinigung erfordert stoffwechselaktivierende Maßnahmen, Tagsüber sollte man daher aus ayurvedischer Sicht nicht schlafen, sondern lieber Körperübungen und Massagen machen. Die Maßnahmen können auch sehr einfach sein, wie etwa das Trinken von 15 Minuten gekochtem Wasser, nicht zu heiß, schluckweise über den Tag verteilt. Wichtig sind drei warme Mahlzeiten, um das Verdauungsfeuer hoch zu halten, zum Essen lieber nichts trinken, um die Verdauungssäfte nicht zu verdünnen. Sehr beliebt sind Ganzkörper-Ölmassagen mit warmem Sesamöl, das Gifte unter der Haut lösen und zur Ausscheidung über den Darm führen soll.

Westliche Naturheilkunde

Der richtige Zeitpunkt für das Entgiften nach der westlichen Naturheilkunde bestimmt der Mond, genauer, der abnehmende Mond bis hin zum Hauptreinigungstag, dem Neumond. Der Aschermittwoch spielt als Beginn der christlichen Fastenzeit auch eine wichtige Rolle und ist heuer am 22.2. Die „richtige Mondzeit“ ist aber aus Sicht der Natur viel wichtiger und hat eine weit ältere Tradition. Etwa könnte man den März-Vollmond am 7.3. wählen, um mit den Reinigungsmaßnahmen zu beginnen. Die westliche Naturheilkunde zielt mehr auf Bitterkräuter und das zentrale Entgiftungsorgan, die Leber. Man kennt aber auch den Gedanken der Entsäuerung des Gewebes, wozu sich in der modernen Naturheilkunde immer mehr basenüberschüssige Kost (Basensuppen), Basenbäder und basische Kräuter sowie Basenpulver bewährt haben.

Tradionelle Chinesische Medizin

Der Tag des chinesischen Neujahrsfestes wird durch den taoistischen Naturkalender festgelegt. Genau an diesem Tag – heuer sehr früh am 22.1. – übernimmt der Lebermeridian die Herrschaft im Meridiansystem jedes Menschen und stellt drei Monate lang besonders viel Energie zur Verfügung, um Leber und Galle zu reinigen und zu regenerieren.
Über die Pulsdiagnose der TCM ist dieser Energiezuwachs im Lebermeridian deutlich spürbar – bei allen Menschen geschieht das gleichzeitig.
Bevor die ersten Sprossen, Kräuter und frischen Salate aus dem Boden schießen und die Leber unterstützen können, ist eine für alle Konstitutionen geeignete Reisdiät eine erste Vorbereitung auf den Frühling. Man isst gedämpften Reis pur – ohne Salz oder sonstige Zutaten, dreimal täglich oder auch zwischendurch. Am besten ist Reis in Bio-Qualität, Vollwertreis nur bei guter Verdauung. Längere Kochzeit ist besser als kurze. Man kann auch die chinesische Heil-Reissuppe Congee machen, die man mit mehr Wasser zwei Stunden köcheln lässt. Drei Tage durchzuhalten ist schon super, denn eine Reis-Kur ist nicht so angenehm, wie sie klingt, bringt aber viel. Ein Tag ist auch schon heldenhaft.
Bei großer innerer Kälte oder Trockenheit, Untergewicht, Schwäche, nach Krankheit, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Reiskur nicht geeignet, wohl aber bei innerer Hitze, Ödemen, Zysten, Myomen, verschleimter Nase, Regelbeschwerden, häufigen Harnwegsinfekten, roten Hautausschlägen, weichem Stuhl oder Durchfall. Da ist sie genau richtig, um Hitze und Feuchtigkeit auszuleiten, Yin und Yang in Ausgleich zu bringen, den Körper zu entlasten, Entzündungen zu lindern, Abnehmen zu erleichtern, die Verdauung zu regulieren und die Geschmacksnerven zu sensibilisieren. Dazu heißes Wasser trinken.

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