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Die Akazienfaser – Futter für das Mikrobiom

Die Seyal-Akazien sind wunderschöne Bäume, die von Ägypten bis Kenia und dem Senegal wachsen und sogar in der Trockenheit der Sahel-Zone gedeihen können. Sie ist nur eine von 1400 Arten, die es weltweit gibt und nur ihre getrocknete Baummilch (Arabinogalactosaccharid, Gummi arabicum) wird als Akazienfaser bezeichnet.

Reine Natursubstanz ohne Beistoffe oder Rückstände

Um die Akazienfaser zu gewinnen, muss die Baumrinde eingeschnitten, die Milch aufgefangen, getrocknet und gereinigt werden. Es kommen dabei ausschließlich physikalische Methoden zum Einsatz. Der Naturstoff wird keinen Extraktionsprozessen unterzogen. Ebenso wenig wird er chemisch oder enzymatisch verändert – ein reines, unverändertes Naturprodukt in Bioqualität, das den Menschen der Sahelzone als Erwerbsquelle und zugleich unserer Gesundheit dient.

80 Prozent lösliche Ballaststoffe

Die Akazienfaser der afrikanischen Seyal-Akazie ist ein reines Naturprodukt, bio sogar, mit mehr als 80 Prozent löslichen Ballaststoffen. Das macht sie so wertvoll, denn lösliche Ballaststoffe spielen in der Darmgesundheit eine bedeutende Rolle. Sie werden vom menschlichen Körper nicht verdaut und absorbiert, sondern durchlaufen den oberen Verdauungstrakt und dessen Abbauprozesse (wie Magen- oder Gallensäure) völlig intakt. Erst im Dickdarm, wo sie in Kontakt mit dem Mikrobiom (Darmflora) kommen, werden sie von den „guten“ Bakterien in unserem Darm verdaut. Sie sind sogar deren eigentliche Nahrungsquelle, weshalb lösliche Ballaststoffe auch als Präbiotika bezeichnet werden.

Nur manche Aussagen sind erlaubt

Wir hätten nun vieles über die gesundheitlichen Wirkungen der Akazienfaser zu berichten, dürfen aber nur ausführen, was rechtlich nach der Health Claims Verordnung erlaubt ist. Dass die Akazienfaser, die nahezu nur aus Ballaststoff besteht aber für ziemlich viele Menschen Vorteile haben muss, ergibt sich aber schon allein daraus, dass wir durchschnittlich nur 18 Gramm Ballaststoffe zu uns nehmen, während Ernährungsgesellschaften 30 Gramm Ballaststoffe täglich mindestens, für Diabetiker sogar 50 Gramm täglich empfehlen. Wer also dauerhaft darunter liegt, wird von einer Nahrungsergänzung mit Akazienfaser spürbar profitieren.

Die Akazienfaser als ballaststoffreiches Lebensmittel hat eine Vielzahl positiver Eigenschaften

Lösliche Ballaststoffe

  • Verbessern die Darmfunktion
  • Regen die Stoffwechseltätigkeit an
  • Sind ein Prebiotikum, denn sie vermehren die Anzahl der nützlichen Darmbakterien
  • Sorgen für ein verbessertes Darmmilieu, regulieren den pH-Wert und produzieren kurzkettige Fettsäuren (SCFA)
  • Schaffen ein längeres Sättigungsgefühl
  • Sind deshalb wichtiger Bestandteil von gewichtsreduzierenden Diäten
  • Verlangsamen die Aufnahme von Kohlenhydraten
  • Regulieren den Blutzuckerspiegel
  • Haben positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel

Vermehrt Bifido- und Laktobazillen

Eine Studie des Human Nutrition Research Center (HNRC) aus Nantes wies nach, dass sich die Konzentration von darmfreundlichen Lakto- und Bifidobakterien im Stuhl bei einer täglichen Akazienfaser-Dosis von 10 g vervierfachte. Das ist weit mehr als man mit dem bekannten probiotischen Inulin erzielen kann.

Das Darmmillieu bestimmt Mikrobiom

Die Natur hat es wohl so eingerichtet, dass der Darm gestillter Kinder nach den ersten Wochen vor allem von den sogenannten “milchsäureproduzierenden” Lakto- und Bifidobakterien bevölkert wird. Gerade diese beiden Stämme sind nicht nur wesentlich für ein gesundes Immunsystem, sie führen auch zur Ansäuerung des Darmmilieus mit dem richtigen pH-Wert. Dadurch haben es krankmachende Bakterien und Pilze, die ein anderes Milieu benötigen, besonders schwer, sich überhaupt anzusiedeln.

Wenig blähender Ballaststoff

Hinzu kommt noch, dass die Akazienfaser aufgrund ihrer komplexen, verzweigten Struktur im Vergleich zu anderen Ballaststoffen weniger Blähungen auslöst – vor allem bei gleichzeitigem Zuckerkonsum.

Regulation der Darmbarriere über kurzkettige Fettsäuren

Bei der Verdauung der Akazienfaser-Ballaststoffe durch das Mikrobiom entstehen kurzkettige Fettsäuren, SCFAs genannt. Sie bestehen aus Butyrat, Azetat und Propionat und sind die sogenannten Postbiotika. Besonders das Butyrat steht mit unserer Gesundheit in engem Zusammenhang, denn es ist die Hauptenergiequelle der Epithelzellen des Dickdarms, beeinflusst folglich zahlreiche Zellfunktionen, ermöglicht die Regulierung der Darmbarriere und spielt eine Rolle in Bezug auf Sättigung und oxidativen Stress.

Ballaststoffe helfen Cholesterin zu reduzieren

Warum aber können Akazienfasern zur Cholesterinsenkung beitragen? Durch ihr Wasserbindungsvermögen haben sie die Fähigkeit, bis zum 100-fachen ihres Eigengewichts an sekundären Gallensäuren und den mitgeführten Schadstoffen (aus der Leberentgiftungsarbeit) zu binden. Das kurbelt die Produktion neuer Gallensäuren an, wobei Cholesterin verbraucht und dadurch gesenkt wird.

Bessere Sättigung, langsamer Blutzuckeranstieg

Akazienfasern tragen außerdem zu einer guten Figur bei. Sie erhöhen das subjektive Sättigungsempfinden. Der Verzehr führt innerhalb der darauffolgenden drei Stunden zu einer verminderten Kalorienaufnahme. Und noch etwas ist bemerkenswert bei Ballaststoffen: Hungersignale entstehen im Gehirn erst bei sinkendem Blutzuckerspiegel. Durch Ballaststoffe werden Kohlenhydrate im Darm jedoch langsamer aufgenommen und der Blutzuckeranstieg nach dem Essen bleibt niedrig. Deshalb wird Diabetikern und Übergewichtigen besonders empfohlen, sich ballaststoffreich zu ernähren.

Was bei Einnahme zu beachten ist

Vor allem bei einer Fruktoseintoleranz, kann man auch eine Unverträglichkeit auf Ballaststoffe entwickeln und deshalb die Akazienfaser eventuell nicht vertragen. Das ist jedoch viel seltener der Fall als etwa eine Unverträglichkeit auf unlösliche Ballaststoffe wie Zellulose oder Oligosaccharide. Die Akazienfaser wird von manchen auch besser vertragen als Baobab, der weitere bedeutende Ballaststoffspender aus Afrika, der aber etwas Fruktose enthält.
Die Akazienfaser ersetzt eine gesunde Ernährung nicht. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sollte man trotzdem als Ballaststoffquelle schätzen. Ein paar Salatblätter werden niemals für den täglichen Ballaststoffbedarf ausreichen. Ergänzen kann die Akazienfaser die Ballaststoffbilanz einer ohnehin ballaststoffreichen Ernährung aber allemal. Dafür ist sie gedacht und das erfüllt sie in bestem Sinne.

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