Sommer in der TCM: Worauf man achten sollte

Die TCM nutzt die Naturgesetze der 5-Elemente-Lehre, um den Körper im Jahresverlauf im Gleichgewicht zu halten. Lesen Sie, was derzeit zu beachten ist, um gesundheitlichen Schaden abzuwenden.

In jeder Jahreszeit herrscht eines der fünf Elemente. Gerade ist es das Feuerelement, der Regent des Sommers. Seine zugeordneten Organe Herz und Dünndarm (sekundär Herzbeutel und Dreifach-Erwärmer) erhalten derzeit maximale Energie. Diese Energie treibt uns nach draußen, macht aktiv und weckt Lebensfreude.

Doch die Devise lautet: Nicht zu viel und nicht zu wenig Feuer, damit die Lebensenergie in den Meridianen im ruhigen Fluss gehalten werden kann und auch in der nächsten Jahreszeit, dem Herbst, keine bösen Überraschungen drohen. Denn:

Feuer schmilzt Metall

Zu viel innere und äußere Hitze schadet dem Metallelement mit seinen Organen Lunge und Dickdarm. Besonders ins Gewicht fällt das dann im Herbst, wenn das Metallelement und damit auch diese beiden Organsysteme ihre wichtigste Zeit haben. Wer also jetzt im Sommer die Balance hält und nicht überhitzt, gewinnt im Herbst. Denn er sorgt dafür, dass das Metall-Element nicht zu stark angegriffen wird. Intensive Sommerhitze und übermäßiges Schwitzen können die Körpersäfte (das Yin) und die Lebensenergie im Körper verbrauchen. Ist die Lunge im Herbst durch diesen Säfteverlust trocken, kann das schützende Wei-Qi – die Abwehrkraft – nicht effektiv an die Körperoberfläche transportiert werden, was wir als geschwächtes Immunsystem erleben. Der Dickdarm und die ebenfalls vom Metallelement kontrollierte Haut werden trockener.

Wer es genau erklärt haben will: Nach dem Ernährungszyklus der 5-Elemente-Lehre ist Feuer die Mutter der Erde, und Erde ist die Mutter des Metalls. Gleichzeitig gilt der Kontrollzyklus: Feuer kontrolliert Metall, kann es aber auch schwächen, wenn das Feuer überhandnimmt (Feuer schmilzt Metall).

Damit das Feuer nicht zu stark wird

Damit das sommerliche Feuer-Element also nicht zu heftig auflodert, sollte man extreme Hitze, Stress, viel rotes Fleisch, scharf gewürztes Essen und Alkohol meiden. Starke Hitzeauslöser sind Chili, Knoblauch, Lauch, Lammfleisch oder sehr scharf zubereitetes Grillgut. Stark gebratene, gegrillte und frittierte Speisen schaden bei Hitze, da sie den Körper zusätzlich thermisch aufheizen. Dabei entstehen innere Feuchtigkeit und Hitze und schwächen die Verdauungskraft.

Auch zu viel Schwitzen schadet dem Herzen, darum lieber darauf achten, die Körperflüssigkeiten zu bewahren. Der saure Geschmack (z.B. durch Zitronen, Limetten oder Essig) wirkt zusammenziehend und hilft dem Körper, Flüssigkeit zu speichern und übermäßiges Schwitzen zu verhindern.

Kühlen, aber nicht zu stark

Die Kunst besteht jetzt einerseits darin, nicht übermäßig zu erhitzen, sondern mehr zu erfrischen, aber andererseits auch nicht zu stark zu kühlen, damit das Erdelement, das die Mutter des Metallelements ist, nicht geschwächt wird. Seine zugeordneten Organe Milz, Pankreas und Magen stehen in der TCM für die Verdauung und die benötigte Wärme für ein gutes Verdauungsfeuer.

Kühlende Lebensmittel, aber dennoch nicht roh

Deshalb braucht man jetzt einerseits zwar wasserreiche und kühlende Nahrungsmittel wie Wassermelonen, Gurken, Tomaten, frische Beeren und bittere Lebensmittel wie Rucola oder Stangensellerie, die dabei helfen, Hitze abzuleiten. Doch zu viel Rohkost, eiskalte Getränke und Eiscreme schwächen die Milz, die für das Verdauungssystem steht, sehr. Die Milz produziert nach der TCM die Energie (das Qi). Kann sie aufgrund von innerer Kälte durch zu viel Eisgekühltes nicht richtig arbeiten, wird auch das Abwehr-Qi der Lunge nicht ausreichend genährt und man wird krankheitsanfälliger.

Besser ist es, die Milz trotz Erfrischung immer auch noch zu nähren. Gemüse nur kurz zu blanchieren, zu dünsten oder leichte Suppen zu essen. Getränke nicht eiskalt hinunterstürzen und Eis in Maßen halten, da es auch noch verschleimt (wer jetzt Schleim im Hals hat und hüstelt, hat es wohl schon übertrieben). Besonders gut ist es, Hirse vorzukochen und täglich morgens von dieser Hirse, eventuell mit etwas frisch gebratenen Shiitake-Pilzen oder Putenschinken, frischen Kräutern und Heidelbeeren zu essen. Schmeckt, macht satt, stärkt und hilft dem Erdelement.

Traditionelles zur Stärkung

Auch mit Nahrungsergänzung kann man gegen die Hitze unterstützen. Der Weißdorn wirkt herzstärkend, gleicht auch den in der Sommerhitze durch die Gefäßerweiterung drohenden niedrigen Blutdruck aus und reduziert Herz-Feuer (TCM). Man erkennt es an einer roten Zungenspitze. Es ist oft die Folge von andauerndem Stress in Verbindung mit nicht adäquater Ernährung (oder entsteht durch einen Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, der ebenfalls Hitze-Fieber erzeugt).

Woran man Herz-Feuer erkennt

Herz-Feuer tritt aber nicht nur im Sommer auf. Es äußert sich in zahlreichen Symptomen wie Angstzuständen, Ruhelosigkeit, die bis zur Manie gehen kann, Einschlafstörungen, lebhaften Träumen, Herzklopfen, Hitzegefühl im Kopfbereich, Durstgefühl, trockenen und entzündeten Mundschleimhäuten und Zahnfleischproblemen, Stottern und zu schnellem Sprechen, Zeitdruck (jemandem mit Herz-Feuer geht alles zu langsam!), stark konzentriertem Harn und ev. blutigem Harn sowie brennenden Schmerzen beim Wasserlassen.

Das Baikal-Helmkraut gilt als bewährtes Mittel zur „Hitze-Klärung“, unterstützt die Erregerabwehr, wirkt kühlend (auch fiebersenkend), entzündungshemmend sowie beruhigend.

Die geschwächte Milz stärken

Zusätzlich (!) zur richtigen Ernährungsweise unterstützen kann man das Erdelement mit dem Fu ling Vitalpilz. Er trocknet pathogene Feuchtigkeit und Schleim, die Zeichen einer geschwächten Milz sind. Damit gleicht er so manchen Ernährungsfehler vom Sommer wieder aus. Der Pleurotus Vitalpilz regt das geschwächte Milz-Qi an, wodurch die Nährstoffaufnahme und Qi-Gewinnung aus der Nahrung verbessert wird. Weil die Milz in der TCM für die Versorgung der Muskulatur zuständig ist, unterstützt der Pleurotus auch bei Muskelverspannungen, Rückenschmerzen oder Gelenksteifheit.

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