Ist Nahrungsergänzung qualitiv schlechter als Pharmaprodukte?
Darf´s ein bisschen Insiderwissen sein? Es wird ja immer wieder die Nase gerümpft, wenn es um Nahrungsergänzung geht. Als „kritische“ Medien bekannte Magazine warnen mitunter sogar davor. Allerdings sollte man angesichts der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Inseraten großer Konzerne so manches, was hier geschrieben wird, zumindest näher beleuchten – und differenzieren. Vor allem sollte man synthetische Nahrungsergänzung von Naturmitteln getrennt sehen.
Stets die beste Qualität?
Bei den Qualitäten gibt es wirklich „von….bis“, je nach Ethik und wirtschaftlichem Druck bei den Anbietern. In der Corona-Zeit sind sie wie Schwammerl aus der Erde geschossen. So mancher fühlte sich berufen in der Nische Nahrungsergänzung sein Glück zu suchen. So mancher hört aber auch schon wieder auf. Das Vertrauen der Kundschaft will halt erarbeitet sein, da reichen eine schöne Website oder Aktionsangebote nicht unbedingt.
Abgesehen davon gibt es aber auch seriöse und qualitativ extrem hochwertige Anbieter, die in ihrer Tätigkeit eine Berufung sehen, eine Leidenschaft für die Natur und ihr Wirken hegen. Wer so denkt, will für die Kundschaft das allerbeste und das ist von hoher Qualität, auch wenn es den Anbieter mehr kostet.
Naturmittel gibt es auch von Pharmafirmen
An sich gibt es da ja Zustimmung – schön, dass man in der Pharmazie nicht nur synthetisches produziert, sondern auch noch an seine Wurzeln denkt – an die wirksamen Mitteln aus der Natur. Doch dabei gibt es aus unserer Sicht zwei Probleme. Bei Pharmaqualität sind, was niemand vermuten würde, die Grenzwerte für Rückstände aus Spritzmitteln weniger streng als bei Nahrungsergänzung, die zu den Lebensmitteln gehört. Dank des Codex alimentarius sind in Österreich die Richtlinien bei beiden sogar noch strenger als in der EU allgemein.
Am strengsten sind die Richtlinien natürlich bei Bio-Produkten. Extrakte sind jedoch selten bio, denn die Extraktionsfirma selbst müsste auch biozertifiziert sein, was nur bei den wenigsten der Fall ist.
Beistoffe unerwünscht
Das zweite heikle Thema sind die produktionsbedingten Beistoffe. Schaut man auf die Zutatenlisten, sieht man bis zu 12 verschiedene Hilfsstoffe, wie Rieselhilfen, Füllstoffe, einfach jede Menge synthetisches in einem Naturprodukt!
Man kann nicht unbedingt gleich behaupten, dass sich alle negativ auswirken, aber Tatsache ist, dass synthetische Stoffe in Produkten für den menschlichen Verzehr bei ihrer Zulassung nicht auf Verträglichkeit in Bezug auf unser Mikrobiom geprüft werden müssen. Mikrobiom-Forscher fordern aber genau das. Man weiß heute immer mehr über die Zusammenhänge Darm – allgemeine Gesundheit, vor allem auch über die Darm-Hirn-Achse und die geistige Gesundheit. Irgendwann wird es nicht mehr reichen, nur zu prüfen bei welcher Dosis wie viele Meerschweinchen sterben. Hoffentlich bald, denn es gibt bereits Studien zu Lebensmittelzusatzstoffen, die häufig verwendet werden und massenhaft Darmbakterien absterben lassen.
Keine Kompromisse!
Bei allem, was man schluckt, sollte man keine Kompromisse machen. Wir plädierten von Anfang an dafür, nur Naturmittel ohne synthetische Beistoffe einzunehmen.
Nahrungsergänzung ohne synthetische Beistoffe herzustellen geht jedoch bis auf wenige Ausnahmen nur bei händischer Verkapsulierung. Verkapsulieranlagen oder Maschinen zur Tablettenherstellung funktionieren meist nicht ohne Zusätze.