Glyphosat-Studie zurückgezogen!

Nach 25 Jahren wegen ethischer Mängel

Eine Studie aus dem Jahr 2000, die Monsanto lange als zentralen Beweis für die Nicht-Krebserregung von Glyphosat nutzte, ist von der Fachzeitschrift Regulatory Toxicology and Pharmacology zurückgezogen worden. Der Chefredakteur Martin van den Berg begründet diesen Schritt mit gravierenden ethischen Verstößen.

Glyphosat ist ein Totalherbizid, das jede Pflanze auf dem Feld tötet und damit einen globalen Siegeszug feierte: Es wurde 1974 von Monsanto auf den Markt gebracht und ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt. Glyphosat ist in fast 80 % der Produkte enthalten.

So macht man keine seriösen Studien!

Die Untersuchung, die von Monsanto zur Untermauerung der Sicherheit des Herbizids Roundup herangezogen wurde, galt lange als Meilenstein der Forschung und beeinflusste jahrzehntelang behördliche Entscheidungen. Jetzt wird den Autoren vorgeworfen, finanzielle Verbindungen zu Monsanto verschwiegen und die Ergebnisse manipuliert zu haben. Die Bewertung basierte demnach einseitig auf unternehmenseigenen Studien. Zudem sollen Monsanto-Mitarbeiter verdeckt an der Veröffentlichung mitgewirkt haben.

Glyphosat ist gegen das Leben gerichtet

Dass die Folgen für Wildpflanzen und die Tierwelt, insbesondere für Wildbienen, katastrophal sind, ist allseits bekannt. Das reicht aber offenbar nicht für ein Verbot. Dass die WHO-Krebsagentur IARC Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend hält, reicht auch nicht, da andere Stellen wie die EU-Lebensmittelbehörde EFSA bei „korrekter Nutzung“ immer noch keine Gefahr sehen. Erst kürzlich genehmigte die EU Glyphosat bis 2033.

Und was sagt Bayer?

Der jetzige Eigentümer Bayer hält an der Sicherheit des Wirkstoffs fest und verweist auf die „einhellige Meinung“ internationaler Regulierungsbehörden. Allerdings stellt sich nun dennoch die Frage, ob die Schlussfolgerungen der zurückgezogenen Studie korrekt waren.

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