Chinesisches Neujahrsfest – Beginn der Leberzeit
Am 17. Februar ist es wieder soweit – nach dem taoistischen Naturkalender läutet das chinesische Neujahrsfest den Frühling ein und in unseren Körpern passiert etwas Erstaunliches: Der Lebermeridian übernimmt die Herrschaft über alle anderen Meridiane und bekommt ab sofort maximale Energie. Darum ist nun für 10 bis 12 Wochen der ideale Zeitpunkt, um die Leber zu unterstützen, Wut und Frustration (die negativen Emotionen des Holz-Elements) zu vermeiden und stattdessen Kreativität und Planung zu fördern.
Es ist Zeit für sanfte Entgiftungskuren, Bewegung und wirksame Natursubstanzen, damit die Lebenskraft nach der Winterruhe kraftvoll, ungehindert und geschmeidig nach oben steigen kann.
Die energetische Aufgabe der Leber
Die Leber hat in der TCM die Aufgabe, den freien Fluss von Qi, aber auch von Blut und Emotionen aufrechtzuerhalten und ist der „General des Lebens“, der Planer. Für eine Störung – die Leber-Qi-Stagnation – sind viele jetzt besonders anfällig, da die aufstrebende Energie gerade im Frühling besonders nach oben drängt und sich nicht behindern lassen will.
Leber-Qi-Stagnation erkennen
Eine Leber-Qi-Stagnation ist ein Stau im Qi-Fluss und wird ausgelöst durch Stress, unterdrückte Emotionen wie Ärger, Zorn oder Frustration oder durch plötzliche Ereignisse, die dem Leben eine andere Richtung geben, als geplant war. Auch Blutmangel nach der TCM kann Auslöser sein. Denn bei zu wenig Leber-Blut hat das Leber-Qi keine ausreichende Basis, um frei zu fließen. Das Leber-Blut hat die Aufgabe, das Leber-Qi zu „befeuchten“ und zu beruhigen. Fehlt dieses Blut, wird das Qi „trocken“ und beginnt zu stagnieren.
Die typischen Symptome
Frühjahrsmüdigkeit, Schlafstörungen, Anspannung, Gereiztheit mit Unzufriedenheit, schnelle Stimmungswechsel mit depressiven Episoden, Seufzen, Verspannungen, Brustschmerzen, Kopfschmerzen (seitlich bzw. am Scheitelpunkt), Migräne, Nacken- und Rückenschmerzen, Menstruationsprobleme wie PMS und Dysmenorrhoe, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Globusgefühl im Hals, Schwindel und Tinnitus, Bluthochdruck (wechselnd, diastolischer Wert erhöht) und andere Herz-, Kreislaufthemen, Probleme mit Muskeln, Sehnen und Augen, brüchige, trockene, dünne oder blasse Nägel mit Längsrillen und aufgerollte Zungenränder.
Leber-Qi-Stagnation begleiten nach der TCM
So geht es:
- Pfefferminztee im Akutfall, meiden von „heißen“ Nahrungsmitteln wie Alkohol, Chili, Kaffee, Lammfleisch, Knoblauch und Frittiertem.
- Gerstengrassaft mit Zitronengras füllt das Leber-Yin und das Blut auf, wenn durch den Stau Hitze und Trockenheit entstanden ist und kann schon allein damit einen freien Qi-Fluss fördern. Zitronengras wirkt auch im Akutfall, ist Qi-bewegend.
- Mariendistel löst Leber-Qi-Stagnation auf im Akutfall, reguliert den Energiefluss und wirkt kühlend auf die Leberenergie. Sie hilft, durch Stress und angestaute Emotionen verursachte Blockaden zu beheben, indem sie den Qi-Fluss befreit. Sie löst Druckgefühl, Stimmungsschwankungen und saures Aufstoßen.
- Reishi Vitalpilz wird langfristig eingesetzt, um das Leber-Qi zu beruhigen, das Leber-Blut aufzufüllen und die Leber zu harmonisieren. Er reguliert Stresshormone und löst emotionale Spannungen, die oft die Ursache für eine Leber-Qi-Stagnation sind. Nicht im Akutfall mit Hitze, aber bei lang bestehender Stagnation.
- Zunderschwamm hilft, stagnierendes Leber-Qi wieder in Fluss zu bringen. Er wird unterstützend bei der Entgiftung eingesetzt, was in der TCM essenziell ist, um eine Überlastung der Leber zu verhindern. Nicht im Akutfall bei Hitze, aber bei lang bestehender Stagnation.